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Digitalisierung & Automatisierung

n8n vs. Make vs. Zapier: Welches Automatisierungstool passt zu deinem Betrieb?

n8n vs. Make vs. Zapier: Welches Automatisierungstool passt zu deinem Betrieb?

Wir nutzen alle drei in Kundenprojekten. Hier ist der ehrliche Vergleich — ohne Affiliate-Links.


Warum dieser Vergleich?

Automatisierungstools boomen. Jeder kennt Zapier, Make hat Momentum, und n8n hat in den letzten Jahren massiv an Popularität gewonnen. Und jeder Artikel im Internet empfiehlt je nach Affiliate-Vereinbarung etwas anderes.

Wir bei lowkeylab nutzen alle drei in echten Kundenprojekten. Dieser Vergleich basiert auf konkreter Erfahrung — nicht auf Demos oder Testaccounts.


Die kurze Antwort

Bevor es ins Detail geht, die direkte Empfehlung für die drei häufigsten Fälle:

  • "Ich will schnell loslegen, ohne viel einzurichten" → Zapier oder Make
  • "Ich will maximale Flexibilität und bin bereit, etwas Zeit zu investieren" → n8n
  • "Ich verarbeite sensible Daten oder will volle Kontrolle" → n8n (self-hosted)
  • "Mein Team soll Automatisierungen selbst bauen" → Make (niedrigste Lernkurve)
  • "Ich will komplexe Logik, APIs und Custom Code" → n8n

Zapier

Zapier ist der Pionier der Automatisierungstools — gegründet 2011, mit Abstand die meisten Integrationen (7.000+).

Stärken

Größte Integrations-Bibliothek: Zapier unterstützt mehr Tools als Make und n8n zusammen. Wenn ein nischiges SaaS-Tool Automatisierungs-Unterstützung anbietet, beginnt es meistens mit Zapier.

Einfachste Einrichtung: "Wenn das passiert, tu das" — das Zapier-Konzept ist so simpel wie möglich. In 10 Minuten laufen die ersten Automatisierungen.

Zuverlässigkeit: Zapier ist seit Jahren produktiv und zuverlässig. Bei einfachen Business-Workflows gibt es kaum Ausfälle.

Schwächen

Preis: Das ist das größte Problem. Zapier ist ab einer gewissen Nutzung teuer:

PlanAufgaben/MonatPreis
Free1000 €
Starter750~20 €/Monat
Professional2.000~49 €/Monat
Team50.000~299 €/Monat
Eine "Aufgabe" ist ein einzelner Step in einem Workflow. Ein Zap mit 5 Steps verbraucht 5 Aufgaben pro Durchlauf. Bei häufigen Workflows werden die Limits schnell erreicht.

Eingeschränkte Logik: Zapier ist für einfache "Wenn X dann Y"-Flows gemacht. Komplexe Verzweigungen, Schleifen, Fehlerbehandlung — das wird schnell umständlich oder unmöglich.

Daten in den USA: Zapier ist ein US-Unternehmen, Server stehen in den USA. Für DSGVO-sensible Workflows ist das problematisch.

Wann Zapier die richtige Wahl ist

  • Einfache Workflows mit 2–3 Steps
  • Keine DSGVO-sensiblen Daten
  • Budget vorhanden, Zeit knapp
  • Spezifisches Tool das nur Zapier unterstützt

Make (ehemals Integromat)

Make ist 2012 in Prag gegründet worden — mit einem deutlich anderen Ansatz als Zapier. Statt linearer "If-This-Then-That"-Flows bietet Make einen visuellen Flow-Designer mit echten Verzweigungen, Schleifen und Fehlerbehandlung.

Stärken

Günstigstes Cloud-Angebot: Für vergleichbare Leistung kostet Make ca. 50–70% weniger als Zapier:

PlanOperationen/MonatPreis
Free1.0000 €
Core10.0009 €/Monat
Pro10.000 + Features16 €/Monat
Teams10.000 + Team-Features29 €/Monat
Eine "Operation" ist ein Step in einem Szenario. Vergleichbar mit Zapier-Aufgaben.

Visueller Flow-Designer: Verzweigungen, Schleifen, Fehler-Handler — alles in einer übersichtlichen Drag-and-Drop-Oberfläche. Für mittlere Komplexität das beste Interface aller drei.

Gute Europäische Präsenz: Make hat EU-Server-Optionen und ist DSGVO-konformer als Zapier.

Niedrige Lernkurve für mittlere Komplexität: Einfacher als n8n, mächtiger als Zapier.

Schwächen

Begrenzte Code-Integration: Wenn man wirklich tiefen Custom Code braucht, stößt Make an Grenzen. JavaScript-Snippets sind möglich, aber keine vollständigen Node.js-Skripte.

Weniger Integrationen als Zapier: ~1.600 Apps vs. Zapiers 7.000. Für die meisten KMU kein Problem, aber bei sehr spezifischen Tools fehlen manchmal Konnektoren.

Nicht self-hostable: Make läuft nur als Cloud-Dienst.

Wann Make die richtige Wahl ist

  • Mittlere Komplexität mit Verzweigungen und Schleifen
  • Team ohne Entwickler-Hintergrund
  • Budget ist ein Faktor
  • Europäische Datenhaltung wichtig (EU-Server wählbar)

n8n

n8n ist 2019 gestartet — jünger als die anderen, aber mit einem anderen Modell: Open Source, self-hostable. Das ist der fundamentale Unterschied.

Stärken

Self-Hosted = volle Kontrolle: n8n kann auf dem eigenen Server betrieben werden. Daten verlassen die eigene Infrastruktur nicht. Das ist für DSGVO-sensible Workflows der entscheidende Vorteil.

Kostenlos auf eigenem Server: Wer n8n selbst hostet, zahlt nur die Server-Kosten (Hetzner CX22: ~5€/Monat reicht für die meisten KMU). Kein Pro-Kopf-Pricing, keine Operations-Limits.

Maximale Flexibilität: n8n hat einen vollständigen JavaScript/TypeScript Code-Node. Man kann echten Code schreiben — API-Requests, Datentransformationen, Schleifen, externe Libraries.

Aktive Entwicklung: n8n wird sehr aktiv weiterentwickelt. KI-Nodes (direkter Anschluss an OpenAI, Anthropic, Ollama) sind first-class-citizens.

Wir nutzen n8n selbst: lowkeylab-Infrastruktur läuft auf n8n. Agent-Workflows, Kunden-Automatisierungen, interne Prozesse — alles in n8n.

Schwächen

Höhere Einrichtungshürde: Self-Hosting erfordert einen Server, Docker-Kenntnisse und Bereitschaft zur Wartung. Für nicht-technische Teams ist das ein Problem.

Lernkurve steiler als Make: n8n ist mächtiger, aber der Einstieg dauert länger. Die UI ist gut, aber nicht so intuitiv wie Make für Nicht-Entwickler.

Weniger Out-of-the-Box-Integrationen: n8n hat ~500 native Integrationen. Das klingt wenig gegen Zapiers 7.000 — aber mit dem HTTP-Node und Code-Node kann man faktisch alles anbinden, was eine API hat.

Cloud-Option (n8n.io)

Wer nicht selbst hosten will: n8n bietet auch eine Cloud-Version:

PlanWorkflowsPreis
Starter5 aktive Workflows20 €/Monat
Pro15 aktive Workflows50 €/Monat
EnterpriseUnbegrenztauf Anfrage
Das ist teurer als Make, aber günstiger als Zapier bei hohem Volumen.

Wann n8n die richtige Wahl ist

  • DSGVO-sensible Daten (Kundendaten, Finanzen, Gesundheit)
  • Technischer Ansprechpartner im Unternehmen
  • Hohe Transaktionsvolumina (self-hosted = keine Limits)
  • Komplexe Logik mit Custom Code
  • KI-Integration (LLMs direkt in Workflows)
  • Langfristig: keine Abhängigkeit von Cloud-Pricing-Änderungen

Direktvergleich

KriteriumZapierMaken8n
Preis (mittel)~49€/Monat~16€/Monat0€ (self-hosted)
Integrationen7.000+1.600+~500 + HTTP
KomplexitätNiedrigMittelHoch
LernkurveSehr geringGeringMittel
Self-HostedNeinNeinJa
DSGVO⚠️ US-Server✅ EU-Server wählbar✅ Eigener Server
Custom CodeBegrenztBegrenztVollständig
KI-IntegrationGutGutSehr gut
EmpfehlungEinfach + schnellTeam + PreisKontrolle + Flexibilität

Unser Setup bei lowkeylab

Wir betreiben n8n self-hosted auf Hetzner. Konkrete Workflows:

  • Lead-Erfassung: Kontaktformular → Datenbank → E-Mail-Sequenz → CRM
  • Content-Kalender: Airtable → Social Media Posting über Buffer-API
  • SEO-Monitoring: Täglich Ranking-Daten abrufen, Dashboard aktualisieren, Slack-Alert bei Rückgang
  • Kunden-Onboarding: Vertragsunterzeichnung → Asana-Projekt anlegen → Welcome-Mail → Slack-Notification
  • Rechnungs-Tracking: Lexoffice-Webhook → Datenbank → Reminder nach 14 Tagen
All diese Workflows laufen auf unserem eigenen Server. Kundendaten verlassen nicht die eigene Infrastruktur.

Fazit: Kein Tool ist perfekt für alle

  • Zapier: Schnell, zuverlässig, teuer. Für einfache Workflows und US-unkritische Daten.
  • Make: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis für mittlere Komplexität. Gute erste Wahl für KMU-Teams.
  • n8n: Maximale Kontrolle, kein Vendor-Lock-in, DSGVO-konform. Die beste Wahl wenn ein technischer Ansprechpartner vorhanden ist.
Für DSGVO-sensible Workflows — und das sind in Deutschland die meisten Geschäftsprozesse — ist n8n self-hosted die einzige Option ohne Kompromisse.

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Fabio D'Angelo ist Gründer von lowkeylab und entwickelt n8n-basierte Automatisierungen für KMU — auf eigener Hetzner-Infrastruktur, DSGVO-konform, ohne Cloud-Abhängigkeit.

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