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IT & Infrastruktur

DSGVO-konforme Website-Analytics ohne Google: So nutzen wir Umami

DSGVO-konforme Website-Analytics ohne Google: So nutzen wir Umami

Wir messen Traffic, Seitenaufrufe und Nutzerverhalten auf lowkeylab.io — ohne Google, ohne Cookies, ohne Datenschutzprobleme. Hier ist wie.


Das Problem mit Google Analytics

Google Analytics ist das meistgenutzte Webanalyse-Tool der Welt. Es ist kostenlos, leistungsfähig, gut dokumentiert. Und es ist in Deutschland ein rechtliches Minenfeld.

Die Fakten:

  • Bayerischer Landesdatenschutzbeauftragter (2022): Google Analytics verstößt gegen die DSGVO, da Daten in die USA übertragen werden
  • Österreichische Datenschutzbehörde: Gleiche Entscheidung, IP-Adressen gelten als personenbezogene Daten
  • Noyb-Beschwerden: Datenschutzorganisation hat in mehreren EU-Ländern Verstöße dokumentiert
Das Core-Problem: Google Analytics überträgt IP-Adressen und User-IDs an US-Server — ohne ausreichende DSGVO-Schutzmaßnahmen. Selbst die Version 4 (GA4) hat diese Grundproblematik nicht vollständig gelöst.

Für KMU bedeutet das: Wer Google Analytics nutzt, riskiert Abmahnungen und Bußgelder. Das Risiko ist real, nicht hypothetisch.


Die Alternativen im Überblick

Es gibt mehrere datenschutzkonforme Tracking-Lösungen:

ToolHostingCookiesPreisAufwand
UmamiSelf-hostedNeinKostenlosMittel
PlausibleCloud/Self-hostedNeinAb 9€/MonatGering
MatomoSelf-hostedOptionalKostenlosHoch
FathomCloudNeinAb 14$/MonatGering
Simple AnalyticsCloudNeinAb 9€/MonatGering
Wir haben uns für Umami entschieden — aus einem einfachen Grund: volle Kontrolle, keine laufenden Kosten, und die Daten verlassen unseren Server nie.

Warum Umami?

Umami ist ein Open-Source-Analytics-Tool, das 2020 gestartet ist und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt wird. Die wichtigsten Eigenschaften:

Kein Cookie-Banner nötig

Umami trackt ohne Cookies. Es verwendet einen anonymisierten Hash basierend auf IP + User-Agent + Domain — der täglich rotiert. Kein persistentes Tracking, keine Nutzeridentifikation über Sitzungen hinaus.

Das bedeutet: Kein Cookie-Consent-Banner erforderlich. Kein nerviges Popup beim ersten Seitenbesuch. Bessere UX, weniger Ablenkung.

Self-Hosted auf deutschen Servern

Wir betreiben Umami auf unserem Hetzner-Server in Nürnberg. Die Daten verlassen Deutschland nicht. Es gibt keinen Zugriff durch US-Behörden (CLOUD Act), keine Weitergabe an Dritte, keine Nutzung für Werbezwecke.

Das ist DSGVO-Compliance ohne Kompromisse.

Volle Datenkontrolle

Bei Cloud-Diensten wie Google Analytics oder Plausible liegen deine Daten auf deren Servern. Bei Self-Hosted ist das anders: Die Daten gehören dir, liegen bei dir, und niemand außer dir kann darauf zugreifen.

Was Umami trackt

  • Seitenaufrufe und einzigartige Besucher
  • Herkunft (Referrer, UTM-Parameter)
  • Geräte (Desktop/Mobile/Tablet)
  • Länder und Browser
  • Custom Events (z.B. Button-Klicks, Formular-Abschlüsse)
Was es nicht trackt: persönliche Daten, genaue IP-Adressen, Cross-Site-Tracking.

Unser Setup: Umami auf Hetzner

Hier ist genau, wie wir Umami auf unserem Server betreiben — als Blaupause für andere KMU.

Voraussetzungen

  • Hetzner Cloud Server (CX22 reicht für die meisten KMU-Websites, ~5€/Monat)
  • Docker + Docker Compose installiert
  • Domain oder Subdomain (wir nutzen analytics.lowkeylab.io)
  • Traefik als Reverse Proxy (oder nginx)

Docker Compose Setup

services:
  umami:
    image: ghcr.io/umami-software/umami:postgresql-latest
    environment:
      DATABASE_URL: postgresql://umami:${DB_PASSWORD}@umami-postgres:5432/umami
      APP_SECRET: ${APP_SECRET}
    depends_on:
      umami-postgres:
        condition: service_healthy
    networks:
      - umami-internal
      - traefik-public
    labels:
      - "traefik.enable=true"
      - "traefik.http.routers.umami.rule=Host(`analytics.lowkeylab.io`)"
      - "traefik.http.routers.umami.tls.certresolver=letsencrypt"

umami-postgres:
image: postgres:16-alpine
environment:
POSTGRES_DB: umami
POSTGRES_USER: umami
POSTGRES_PASSWORD: ${DB_PASSWORD}
volumes:
- umami_data:/var/lib/postgresql/data
networks:
- umami-internal
healthcheck:
test: ["CMD-SHELL", "pg_isready -U umami"]
interval: 10s
timeout: 5s
retries: 5

Tracking-Script einbinden

Nach dem Setup bindet man den Tracking-Code ein — ähnlich wie Google Analytics, aber deutlich kleiner (~1 KB):

<script
  defer
  src="https://analytics.lowkeylab.io/script.js"
  data-website-id="ihr-website-id"
></script>

In Next.js verwenden wir den offiziellen @umami/next-Wrapper:

import { Analytics } from '@umami/next'

export default function RootLayout({ children }) {
return (
<html>
<body>
{children}
<Analytics websiteId={process.env.NEXT_PUBLIC_UMAMI_SITE_ID} />
</body>
</html>
)
}

Custom Events tracken

Das Besondere an Umami: Man kann beliebige Events tracken, ohne Code zu schreiben — einfach data-umami-event als HTML-Attribut:

<button data-umami-event="cta-klick-hero">Jetzt anfragen</button>
<a href="/kontakt" data-umami-event="kontakt-link-blog">Kontakt aufnehmen</a>

Oder programmatisch via JavaScript:

umami.track('formular-abgeschlossen', { service: 'ki-mitarbeiter' })

Was wir in unserem Dashboard sehen

Auf seo.lowkeylab.io (unser SEO-Dashboard) aggregieren wir Umami-Daten automatisch täglich:

  • Gesamtbesucher mit Trend zum Vormonat
  • Seitenaufrufe nach URL
  • Bounce Rate pro Seite
  • Herkunft: Direkt, Organisch, Referral, Social
  • Geräte-Split: Desktop vs. Mobile vs. Tablet
Das reicht für die meisten KMU-Entscheidungen völlig aus. Man muss kein Google Analytics mit 200+ Berichten haben, um zu verstehen, welche Seiten performen und woher der Traffic kommt.

Datenschutzerklärung anpassen

Wenn du Umami einsetzt, solltest du deine Datenschutzerklärung entsprechend aktualisieren. Was rein muss:

  • Name des Tools: Umami Analytics
  • Betreiber: Eigener Server (Hetzner, Nürnberg, Deutschland)
  • Zweck: Analyse des Nutzerverhaltens zur Verbesserung des Angebots
  • Daten: Anonymisierte Nutzungsdaten (keine Cookies, keine IP-Speicherung)
  • Rechtsgrundlage: Berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO)
  • Opt-Out: Nutzer können Tracking deaktivieren (Do-Not-Track-Header wird respektiert)
Weil Umami keine personenbezogenen Daten speichert, ist in der Regel kein Cookie-Banner und kein Consent erforderlich. Das solltest du aber für deinen konkreten Fall mit einem Datenschutzexperten absichern.

Kostet das viel Aufwand?

Die erste Einrichtung dauert mit Vorkenntnissen etwa 2–3 Stunden. Danach läuft Umami wartungsarm — Updates über Docker, Backups über Standard-Prozesse.

Wer keinen eigenen Server hat oder keinen Aufwand möchte: Plausible oder Simple Analytics bieten ähnliche Datenschutzgarantien als Cloud-Dienst ab ~9 EUR/Monat.

Wer volle Kontrolle will und ohnehin einen Server nutzt: Umami self-hosted ist die beste Option.


Fazit: Datenschutz und gute Analytics schließen sich nicht aus

Google Analytics ist nicht unersetzbar. Die Alternativen sind ausgereift, leistungsfähig und rechtlich sauber.

Wir betreiben lowkeylab.io seit dem Start mit Umami — ohne Cookie-Banner, ohne Datenschutzprobleme, mit allen Daten die wir brauchen. Die Website ist dadurch auch messbar schneller (kein Google-Script, das externe Server kontaktiert).

Für KMU ist Self-Hosted Analytics ein einfacher Weg, DSGVO-Compliance umzusetzen und gleichzeitig die UX zu verbessern.

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Fabio D'Angelo ist Gründer von lowkeylab und betreibt alle Kundenprojekte auf eigener Hetzner-Infrastruktur — DSGVO-konform, ohne US-Cloud, mit vollem Datenzugriff für den Kunden.

Wie kann ich das bei uns umsetzen? →